Moderner Kinderschutz im Netz: Die FSM zum JMStV -Entwurf

Berlin, 8. Juli 2015. Die FSM setzt sich in ihrer Stellungnahme zum aktuell vorliegenden Entwurf eines novellierten Jugendmedienschutz-Staatsvertrages für einen flexiblen, pragmatischen und international anschlussfähigen Jugendmedienschutz ein. Zeitgemäße gesetzliche Regelungen sollten den Bedürfnissen von Familien und der Medienrealität gerecht werden und somit folgende Anforderungen erfüllen:

1. Konvergente Medienwelt widerspiegeln Jede Art von Inhalt kann heute online über eine Vielzahl an Geräten abgerufen werden. Das rechtssichere Anbieten von Inhalten über unterschiedliche Distributionswege oder Plattformen muss gesetzlich konsequent und für die Unternehmen pragmatisch geregelt werden. Der vorliegende Gesetzesentwurf muss dringend weiterentwickelt werden, um die vielen – auch internationalen – Jugendschutzfunktionalitäten und Inhaltsklassifizierungen zusammenzuführen und für Kinderschutzlösungen und Elterninformationen nutzbar zu machen.

2. Internationalen Anschluss ermöglichen Nationales Jugendschutzrecht muss international anschlussfähig sein. Das von der FSM mitgetragene und von der EU-Kommission kofinanzierte Projekt MIRACLE (www.miracle-label.eu), das Klassifizierungsinformationen länderübergreifend nutzbar macht, zeigt das Potential der internationalen Dimension.

3. Sinnvolle technische Schutzmaßnahmen für jüngere Kinder fördern Eltern brauchen leicht einsetzbare technische Schutzmaßnahmen für ihre Kinder. Der Gesetzgeber darf die Entwickler von Schutzsoftware nicht durch starre und damit schnell veraltende Anerkennungshürden hemmen, so wie dies im bisherigen Entwurf vorgesehen ist. Das Gesetz sollte einen Schwerpunkt auf die Attraktivität dieser Programme setzen, damit die Verbreitung befördert wird. Dabei helfen leicht auffindbare und individuelle Einstellmöglichkeiten für Eltern.

4. Medienbildungsmaßnahmen für Kinder und Jugendliche unterstützen Die aktive finanzielle und strukturelle Unterstützung von medienpädagogischen Maßnahmen in Schulen und außerschulischen Bildungseinrichtungen gehört zu einem ganzheitlichen Jugendschutz. Medienbildungsmaßnahmen können vor allem Jugendlichen einen kompetenten, selbstbestimmten und verantwortungsvollen Umgang mit Medien ermöglichen.

Ausführliche Stellungnahme der FSM zur Novelle des JMStV

Über die FSM

Die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e.V. (FSM) ist eine anerkannte Selbstkontrolleinrichtung für den Bereich Telemedien. Der Verein engagiert sich maßgeblich für den Jugendmedienschutz – insbesondere die Bekämpfung illegaler, jugendgefährdender und entwicklungsbeeinträchtigender Inhalte in Online-Medien. Dazu betreibt die FSM eine Beschwerdestelle, an die sich jedermann kostenlos wenden kann, um jugendgefährdende Online-Inhalte zu melden. Die umfangreiche Aufklärungsarbeit und Medienkompetenzförderung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gehören zu den weiteren Aufgaben der FSM.