Keine Grauzonen im Netz: Verbund Safer Internet kämpft gemeinsam gegen sexuelle Ausbeutung von Kindern

European Day on the Protection of Children against Sexual Exploitation and Sexual Abuse

Berlin/Mainz, 11. November 2016 - Die sexuelle Ausbeutung und der sexuelle Missbrauch von Kindern und Jugendlichen machen auch vor dem Internet nicht Halt und überwinden so mühelos Ländergrenzen. Um diese Vergehen zu verhindern, Täter zu verfolgen und Opfer zu schützen, kämpfen die Beschwerdestellen der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM e.V.) und des eco – Verband Internetwirtschaft (den Betreibern des Portals  www.internet-beschwerdestelle.de) sowie jugendschutz.net seit Jahren erfolgreich. Alleine 2015 erhielten die Beschwerdestellen 3.159 berechtigte Beschwerden über Darstellungen des sexuellen Missbrauchs von Kindern im World Wide Web.

Auch in diesem Jahr findet am 18. November der  "End Child Sexual Abuse Day", der European Day on the Protection of Children against Sexual Exploitation and Sexual Abuse, statt. Dieser europäische Tag zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung und Missbrauch wurde 2015 vom Europarat initiiert und ruft Menschen und Institutionen in den europäischen Mitgliedsstaaten dazu auf, sich on- und offline gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern zu engagieren. Mit zahlreichen Aktivitäten vor Ort und über die sozialen Netzwerke soll in den Mitgliedsstaaten so die Diskussion über den Schutz vor sexueller Gewalt angeregt und ein Beitrag geleistet werden, um der Stigmatisierung von Opfern entgegenzuwirken. Zudem drängt der Europarat damit auf die Einhaltung der Lanzarote-Konvention, die seine Mitgliedstaaten dazu verpflichtet, alle Formen sexueller Gewalt an Kindern zu verurteilen und dagegen anzukämpfen.

Unterstützt wird der europäische Aktions-Tag von den internet-beschwerdestelle.de-Betreibern eco und FSM sowie der Hotline von jugendschutz.net. Verschiedene Aufklärungsaktivitäten im Netz geben fachliche Hinweise zum Thema, darunter ein FAQ das Antworten auf zentrale Fragen zum Ausmaß und zur Dimension von sexueller Ausbeutung von Kindern im Netz enthält. Das FAQ liefert Zahlen zu den Löscherfolgen, verdeutlicht gesetzliche Definitionen der EU- Richtlinie zur Bekämpfung des sexuellen Missbrauchs (2011/92/EU) und des Jugendmedienstaatsvertrags (JMStV) und gibt einen anschaulichen Überblick zur Beschwerdestellenarbeit.
Interessierte, die den Tag mit eigenen Webmaßnahmen unterstützen möchten, finden hier alle Informationen auf einen Blick.

Am 14. November findet außerdem die Konferenz zur internationalen Ächtung und Bekämpfung von Grauzonen der sexuellen Ausbeutung von Kindern im Netz statt. Im Fokus der Veranstaltung, zu der sich nationale und internationale Akteure aus Politik, Wissenschaft, Prävention und Zivilgesellschaften angekündigt haben, steht die Vertiefung von Strategien zur Bekämpfung von Darstellungen, bei denen der sexuelle Bezug zwar offensichtlich ist, aber die Grenze zur Strafbarkeit nicht immer überschritten ist. Die Veranstaltung knüpft an einen internationalen Roundtable im vergangenen Jahr an, bei dem 30 Organisationen aus unterschiedlichen Ländern ein Communiqué unterzeichneten und darin ihre Bereitschaft bekundeten, entschieden gegen diese Form der Darstellungen vorzugehen. Das Netzwerk wird gefördert vom Bundesfamilienministerium (BMFSFJ) und koordiniert vom Zentrum für Kinderschutz im Internet (I-KiZ). Zu den Mitgliedern des Netzwerks gehören unter anderem die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM e.V.) und Google. Ein Kompetenzzentrum bei jugendschutz.net leuchtet die Grauzonen aus und systematisiert die Bekämpfung.

Über FSM
Die Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM e.V.) ist eine anerkannte Selbstkontrolleinrichtung für den Bereich Telemedien. Der Verein engagiert sich maßgeblich für den Jugendmedienschutz – insbesondere die Bekämpfung illegaler, jugendgefährdender und entwicklungsbeeinträchtigender Inhalte in Online-Medien. Dazu betreibt die FSM eine Beschwerdestelle, an die sich jedermann kostenlos wenden kann, um jugendgefährdende Online-Inhalte zu melden. Die umfangreiche Aufklärungsarbeit und Medienkompetenzförderung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gehören zu den weiteren Aufgaben der FSM.
Kontakt
FSM e.V., www.fsm.de ; Katja Lange, Beuthstr. 6, 10117 Berlin; Tel.: 030 24 04 84 - 43, lange@fsm.de, @FSM_de

Über eco
Mit mehr als 950 Mitgliedsunternehmen ist eco der größte Verband der Internetwirtschaft in Europa. Seit 1995 gestalten wir maßgeblich die Entwicklung des Internets in Deutschland, fördern neue Technologien, Infrastrukturen sowie Märkte und formen Rahmenbedingungen. Das Thema Jugendschutz ist für den eco schon seit 1996 ein wichtiges Thema. Damals wurde die Internet Content Task Force (ICTF) gegründet mit dem Ziel, die Verbreitung rechtswidriger und jugendgefährdender Inhalte im Internet zu verhindern. Daraus hat sich die  HYPERLINK "https://www.eco.de/services/internet-beschwerdestelle.html" eco Beschwerdestelle, entwickelt, die von eco seit über 15 Jahren betrieben wird. Seit 2004 ist die Beschwerdestelle auch über das mit der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia (FSM) gemeinsam betriebene Webportal  HYPERLINK "http://www.internet-beschwerdestelle.de/" internet-beschwerdestelle.de erreichbar und ist seit 2008 auch Teil des deutschen Safer Internet Centres.
Kontakt
Beschwerdestelle.eco.de, Lichtstraße 43h, 50825 Köln; Tel.: 0221 / 70 00 48 – 0;  hotline@eco.de

Über jugendschutz.net
jugendschutz.net drängt Anbieter, Online-Angebote so zu gestalten, dass Kinder und Jugendliche nicht gefährdet werden. Die Stelle recherchiert als Kompetenzzentrum für den Jugendschutz im Internet Risiken in jugendaffinen Diensten. Sie nimmt über ihre Hotline Hinweise auf Verstöße gegen den Jugendmedienschutz entgegen und sorgt dafür, dass sie schnell beseitigt werden. Im Fokus der Arbeit stehen riskante Kontakte, Selbstgefährdungen, politischer Extremismus und sexuelle Ausbeutung von Kindern. Die Jugendministerien haben die länderübergreifende Stelle 1997 gegründet. Sie ist seit 2003 an die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) angebunden, um eine einheitliche Aufsicht über Rundfunk und Internet zu gewährleisten.
Kontakt
jugendschutz.net, www.jugendschutz.net, Wallstraße 11, 55122 Mainz,  presse@jugendschutz.net, Tel.: 06131 328520

Verbund Safer Internet
Die drei Organisationen sind Teil des Verbundes safer-internet.de und Partner im CEF Telecom Programm der Europäischen Union, der aus den Partnern „klicksafe“ - dem Projekt zur Medienkompetenzförderung - , den Internet-Hotlines „internet-beschwerdestelle.de“ und „jugendschutz.net“ sowie der Beratungs-Helpline „Nummer gegen Kummer“ besteht.