Web 2.0 / Social Media

Stand: 
Februar 2013
I. Worum geht es?

Als Web 2.0 wird die Weiterentwicklung des Internets, speziell des World Wide Web (WWW), ab ca. 2005 bezeichnet. Zunächst ist das Web 2.0 in technischer Hinsicht geprägt durch eine „Beschleunigung“: Die zuvor meist statischen Webseiten wurden in großem Umfang zu dynamischen Webseiten weiterentwickelt. So kam es zu wesentlich häufigeren Wechseln der Angebote und einer Zunahme der Fülle an Inhalten insgesamt. Begleitet und unterstützt wurde die technische Entwicklung auf Nutzerseite durch den verstärkten Ausbau von Breitbandnetzen und die Nutzbarkeit von Flatrates.

Weiterhin ist das Web 2.0 durch eine Veränderung des Nutzungsverhaltens der An-wender in sozialer Hinsicht gekennzeichnet. Der Nutzer kann ebenfalls zum „Sender“ werden, indem er das Internet aktiv, durch Erstellen und Bearbeiten von Inhalten, in seinem Sinne gestaltet. Dabei verwischt die vormals strikte Trennung zwischen Inhalteanbieter bzw. „Produzenten“ und Rezipienten bzw. „Konsumenten“. Gleichzeitig kommt es zu einer verstärkten Vernetzung der Nutzer untereinander, zu sozialer Interaktion und Zusammenarbeit. Man spricht deshalb auch vom „Mitmach-Web“ und bezüglich der Inhalte von „user generated content“. Beispiele für Web 2.0-Angebote sind: Social Communities (synonym für Social Networks oder Soziale Netzwerke), Handelsplattformen, Podcasts, Weblogs, Wikis, Social Bookmarks, Videoportale oder Fotoportale.

Eine Social Community ist derzeit eines der prominentesten Beispiele für eine Web 2.0-Anwendung. Social Community beschreibt eine Online-Gemeinschaft, in welcher der Nut-zer alte und neue Freunde trifft und sich selbst in einem Profil darstellt. Die Social Community erlaubt es dem Nutzer, eigene Inhalte einzustellen wie z.B. Fotos, Musik, Videos oder Texte. Im Vordergrund steht der kommunikative Aspekt, also der Kontakt und das Vernetzen. Dafür gibt es verschiedene Kommunikationstools wie z.B. Pinnwände, Gästebücher, persönliche Postfächer oder integrierte Chats.

Der Begriff „Web 2.0“ wird zunehmend abgelöst durch den Begriff „Social Media“.

II. Was bedeutet das für die Praxis?

Was sind die Chancen von Social Media?

Durch die soziale Interaktion und Vernetzung kommt es zu einer verstärkten Teilhabe „normaler“ Nutzer an der Wissensbildung und Wissensvermittlung im Internet, auch über eventuell bestehende Barrieren (wie beispielsweise eingeschränkte Mobilität) hinweg. Das Zusammentragen von Informationen vieler Nutzer führt zu einem enormen Wissens- und Informationspool.

Was sind die Risiken von Social Media?

Häufige Rechtsverletzungen, die mit nutzergenerierten Inhalten einhergehen, sind einerseits Verletzungen des geistigen Eigentums (Urheber-, Marken- oder Wettbewerbsrechtsverstöße). Auf der anderen Seite treten Eingriffe in Persönlichkeitsrechte sowie Kontaktrisiken, also Belästigungen, Mobbing und Cybergrooming (siehe auch  „Cybermobbing“) aber auch die Verbreitung von für Kinder und Jugendlichen nicht geeigneten Inhalten bzw. von generell unzulässigen Inhalten auf.

Wer trägt die Verantwortung in Social Media-Angeboten?

Die Betreiber von Social Media-Angeboten sind als Host-Provider im Sinne von § 10 Telemediengesetz (TMG) anzusehen (siehe auch „Haftung im Jugendmedienschutzrecht“). Dabei gilt der Grundsatz, dass ein Betreiber von Web 2.0-Angeboten eine Verantwortung für fremde Inhalte, d.h. user generated content, erst ab Kenntnis von der Rechtswidrigkeit des jeweiligen Inhaltes trägt. Ab Kenntnis muss der Betreiber etwaige rechtsverletzende Inhalte unverzüglich löschen. Dies bezeichnet man als „notice-and-takedown“-Prinzip. Bei Einhaltung dieser Grundsätze haftet der Plattformbetreiber für fremde Inhalte also regelmäßig nicht. Etwas anderes gilt dagegen, wenn sich der Betreiber den fremden Inhalt aufgrund der Integration in die eigene Website zu Eigen gemacht hat.

Was können Anbieter tun?

Unter dem Dach der FSM wurde im Jahr 2008 ein Verhaltenskodex für Betreiber von Social Communities erarbeitet und im Frühjahr 2009 verabschiedet. Die unterzeichnenden deutschen Social Community-Betreiber poolworks (Germany) Ltd. (ehemals VZnet Netzwerke Ltd.), Lokalisten Media GmbH und wer-kennt-wen.de GmbH verbessern mit dieser Selbstverpflichtung den Jugendschutz, Datenschutz und Verbraucherschutz in den deutschen Angeboten deutlich. Dies ist Ausdruck des gesamtgesellschaftlichen Verantwortungsbewusstseins und freiwilligen Engagements der Unternehmen. Die Unternehmen verpflichten sich im Kodex, vor allem junge Nutzer durch technische Maßnahmen vor Missbrauchshandlungen Dritter wie z.B. Cyberbullying zu schützen und durch eine verstärkte Aufklärung von Minderjährigen, Eltern und Pädagogen gezielt darauf hinzuweisen, welche Schutzmöglichkeiten bestehen.

Wie geht es weiter?

Als Weiterentwicklung des WWW im Sinne von „Web3.0“ wird das Semantische Web (Semantik: Bedeutungslehre) beschrieben. Dabei sollen durch die Beachtung der Beziehungen der Inhalte im WWW untereinander die Bedeutungen der Informationen auch für Computer verwertbar gemacht werden. Dadurch können dem Nutzer automatisch für ihn passende Informationen zugeordnet werden.