Von der Realität überholt - Jugendschutz und Medienbildung abgehängt

Die Medien beschleunigen unsere Wahrnehmung der Realität. Die meisten Menschen sind ständig online und verlassen sich bei fast allen Aspekten des Privaten und des Beruflichen auf Technik. Gleichzeitig werden die Intervalle zwischen der Einführung neuer Angebote und Geräte immer kürzer. Ein Medientrend folgt auf den nächsten. Dienste oder neueste Geräte verändern unseren Lebensstil und man fragt sich, wie man jemals ohne sie leben konnte. In dieser neuen Vielfalt findet der Nutzer allerdings manchmal vor lauter Wald die Bäume nicht. Die Flut digitaler Angebote, die unbegrenzten Kontakte über soziale Netzwerke und die unüberschaubaren Verweise auf reale Ereignisse und Unterhaltungsangebote können zu einer Überforderung durch die Inflation an Reizen und Informationen führen. Die Menschen müssen sich und ihre Mediennutzung an diese Entwicklung anpassen. Während sich Erwachsene wegen dieser Reiz- und Informationsüberflutung zuweilen komplett aus der digitalen Welt zurückziehen, sind junge Menschen technischen Entwicklungen gegenüber meist sehr aufgeschlossen. Sie nutzen kreativ die neuen Möglichkeiten, um selbst Trends zu setzen. Was bedeutet diese Gewöhnung an immer schnellere und umfangreichere Angebote? Können sich Kinder und Jugendliche in dieser digitalen Flut souverän orientieren oder benötigen sie gerade jetzt Unterstützung durch Medienbildung und Jugendschutz? Verändern sich durch die Reizüberflutung die Ansprüche an die Freizeitgestaltung und die Kommunikation? Muss es angesichts dieser medialen Beschleunigung in Zukunft neue und ganz andere Aufgaben für Selbstkontrollen, Aufsicht und Medienpädagogik geben und wie könnten diese aussehen? Diesen und weiteren Fragen ging der medien impuls „Von der Realität überholt – Jugendschutz und Medienbildung abgehängt?“ am 7. Mai 2015 auf den Grund.